Die Idee zur shm® – Süddeutsche Hülsenmanufaktur entstand im Jahr 2010 anlässlich eines Besuchs der Messe Jagd & Hund in Dortmund. Bei einem gemeinsamen Abendessen im „Pfefferkorn“ – einem sehr empfehlenswerten Steakhaus – mit Jagd- und Geschäftsfreunden kam das Thema Hülsen zur Sprache.
Einer der Jagdfreunde waidwerkte bevorzugt mit seltenen Kalibern und beklagte die unzureichende Versorgung in diesem Bereich. Nach einer langen Diskussion sagte ich ihm zu, mich näher mit dem Thema zu befassen – schließlich könne das „keine große Wissenschaft sein“. Ein Trugschluss, wie sich bald herausstellen sollte.
Es folgten Tage und Wochen intensiver Recherche: Analysen des bestehenden Marktes für Sonderhülsen, Untersuchungen geeigneter Kaliber, möglicher Abnehmer, Wettbewerber und realistischer Stückzahlen. Schnell wurde klar, dass hier ein spannendes und wirtschaftlich relevantes Feld lag. Weitere Wochen waren geprägt von Telefongesprächen, Berechnungen und ersten Konzeptskizzen – bis schließlich die Entscheidung fiel, eine eigene Hülsenfertigung aufzubauen. Von Beginn an war eine Fertigung vorgesehen, die gezielt auf kleine und mittlere Serien ausgelegt ist. Bestehende Produktionsbetriebe wurden analysiert, insbesondere im Hinblick auf ihre Schwächen bei kleineren Losgrößen.


Parallel dazu wurden geeignete Lieferanten gesucht, bewertet und Verträge verhandelt. Prozesse wurden hinterfragt, angepasst – und oft auch wieder verworfen. Es folgten intensive Entwicklungsphasen: Tage und Nächte vor CAD-Systemen und Skizzenblöcken, Simulationen mit FEM-Software sowie enge Abstimmungen mit Maschinenherstellern und Werkzeugmachern. Im März 2011 wurde schließlich die erste Hülse gefertigt – und landete, noch unbeschossen, direkt im Ausschuss.
Damit begann die Phase der Optimierung. Materialien wurden gewechselt, Härten angepasst, Schmierstoffe getestet und Werkzeuge kontinuierlich weiterentwickelt. Rückschläge gehörten dabei zum Alltag. Als Dipl.-Ing. (FH) Maschinenbau mit Schwerpunkt Fertigungstechnik war mir dieser Prozess vertraut – wenn auch gelegentlich intensiver als gewünscht. Der Zeitplan musste mehrfach angepasst werden. Mit jeder Iteration verbesserte sich die Qualität der Hülsen, gleichzeitig blieb der Aufwand zunächst hoch.
Schritt für Schritt konnten Prozesse jedoch stabilisiert, verschlankt und teilweise automatisiert werden – stets mit dem Ziel, maximale Flexibilität zu erhalten. Heute verfügen wir über eine solide Produktpalette, die wir ab Losgrößen von etwa 1.000 Stück wirtschaftlich fertigen können. Unser Sortiment wird kontinuierlich erweitert, und auch die Optimierung unserer Prozesse bleibt ein fortlaufender Bestandteil unserer Arbeit. Doch das wichtigste Ziel wurde bereits erreicht: Die zuverlässige Versorgung des Jagdfreundes aus Dortmund mit seinen Hülsen ist gesichert.








